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IHRE SPENDE

Fabians Projekt – „One Planet – All Children“

Eine demokratische Gesellschaft, die von Offenheit und Vielfalt geprägt ist, ist darauf angewiesen, dass ihre Mitglieder über Kompetenzen verfügen, die sie dazu befähigen mit der Vielfalt an Wertorientierungen und Lebensstilen umzugehen und die Grundwerte des friedlichen Miteinanders anzuerkennen. Für die h&p Baden-Württemberg Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH bedeutet das, diese Rechte der jungen Menschen uneingeschränkt in ihren pädagogischen Leitlinien und Zielsetzungen umzusetzen: Alle junge Menschen haben ein Recht auf Erziehung und somit ein Recht auf Veränderung durch ihre Persönlichkeitsentwicklung und der Stärkung ihrer Selbstkompetenzen. In diesem Sinne stützt die h&p Baden-Württemberg Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH die zu betreuenden jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu einer gemeinschaftsfähigen und eigenverantwortlichen Persönlichkeit. Hierzu ist Werteerziehung und Wertebildung von sehr hoher Bedeutung: Die zu betreuenden jungen Menschen werden darin unterstützt, Werthaltungen zu entwickeln, Wertekompetenz zu erwerben und wertorientiert zu handeln. In der Region West wurde unter der Begleitung des Fachdienstes Frau von Reventlow wurde dieser Anspruch in Form eines besonderen Projektes angeleitet und umgesetzt. Einige junge Menschen sowie einige Erwachsene beteiligten sich an dem Projekt „One Planet – All Children“. Das 2GETHERLAND ist ein Camp für faire Chancen und gegen soziale Ungleichheit. Es ermöglicht den direkten Austausch mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen, zu deren Problemen, Fragestellungen und Lösungsvorschlägen. Zugleich steht das Camp für individuelles Empowerment und für Unterstützung der Teilnehmenden aller Altersgruppen. 2GETHERLAND Germany wird alle zwei Jahre durchgeführt. Die Camps setzen neue Impulse für faire Chancen in Bildungsinstitutionen, Jugendhilfe, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Es hat sich gelohnt – wie der Bericht von Fabian zeigt:

Im Oktober 2019 wurde ich, zusammen mit einer erwachsenen Begleitperson meiner Wahl, zu einer Veranstaltung von „2GETHERLAND“ eingeladen. Folgende Fragestellungen galt es zu bearbeiten.

  • Was brauchen junge Menschen, um gut leben zu können?
  • Was können wir tun, dass alle Kinder und Jugendliche die gleichen fairen Chancen erhalten?
  • Wie können Kinder und Jugendliche und mitwirken?
  • Wie können alle Generationen gemeinsam die besten Lösungen finden, wenn es um gutes Aufwachsen geht?

„2GETHERLAND“ ist ein Zusammenschluss von folgenden Trägervereinen und Stiftungen: Bertelsmann Stiftung, Breuninger Stiftung, KinderRechtsForum, Hochschule Osnabrück, Deutscher Kinderschutzbund, Netzwerk zum Umsetzen der UN-Kinderrechtskonvention, Robert Bosch Stiftung, SOS Kinderdorf. Im Januar 2020 entwickelte ich zusammen mit meinem Betreuer das Projekt „One Planet – all children“. Innerhalb dieses Projektes beschäftigen mich zwei Themen:

 

Das erste Thema ist die finanzielle Mitverantwortung von Erziehungsstellenkindern:

Die geforderte finanzielle Mitverantwortung von jungen Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe, die mit ihrem verdienten Geld, solange sie z.B. in einer Erziehungsstelle oder Wohngruppe leben, sich an den Platzierungskosten zu 75 % mit ihrem Lohn zu beteiligen. Es wird auch bei den Sorgeberechtigten das Kindergeld für die Platzierungskosten einbehalten. Das kann von uns jungen Menschen dahingehend gedeutet werden, dass wir dies als ungerecht empfinden. Denn wir sind bereits durch die nicht erbrachte Erziehungsleistung der Eltern im Nachteil, und können diese Regelung als nachteilig anderen Kindern gegenüber empfinden.

Kinder in der Kinder- und Jugendhilfe kommen in der Regel aus armen Haushalten: 57 % stammen aus Haushalten von alleinerziehenden Elternteilen und Sozialhilfeempfänger*innen. Wir benötigen insbesondere die Unterstützung von Erwachsenen, um die finanzielle Regulierung unseres Lebens erlernen zu können. Dazu werden wir jedoch nicht ermächtigt, wenn wir mit den restlichen 25 % unserer Einnahmen haushalten müssen. Wir können weder etwas ansparen, um z.B. die Kaution für eine spätere Wohnung zu stellen, wenn wir in die Selbstständigkeit gehen, oder um den Erwerb eines Führerscheines aus eigener Tasche zu finanzieren. Schon durch diese Tatsachen sind wir dann z.B. später auf dem Arbeitsmarkt unter Umständen weniger attraktiv für die Arbeitgeber als andere Jugendliche.

Das ist nicht fair! Unser Potential als zukünftige Steuerzahler wird nicht gesehen und erfährt auch keine Wertschätzung, weil man schon im Vorfeld uns eine Zukunft innerhalb der Gesellschaft schwer macht.

Als Kinder wollen wir das Recht zugestanden bekommen, unseren Beitrag im Erwachsenenleben auch als Steuerzahler zu gestalten, und so auch als ordentliche Mitglieder unserer Gesellschaft, Dazugehörigkeit zu erfahren. Teilhabepakete sind für den Augenblick nur eine Erleichterung.

Ziel unserer Platzierung sollte es sein, auch eine pädagogische Nachhaltigkeit in der späteren finanziellen Gestaltung unseres Lebens erlernen zu dürfen. Dies geschieht leider noch nicht in ausreichendem Maße, wie ich bereits ausgeführt habe. Aus diesem Mangel heraus erfahren wir immer noch eine Stigmatisierung innerhalb der Gesellschaft, die so nicht sein müsste, wenn wir mit diesem Bedürfnis ernst genommen werden würden.

Wir fordern deswegen eine nachhaltige pädagogische Erziehung, die uns mit unserem Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit in allen Punkten ernst nimmt. Damit sollen wir für unserem Erwachsenenleben befähigt werden, finanzielle Selbstverantwortung in allen Lebensbereichen zu übernehmen und mit ausreichenden finanziellen Mitteln aus eigener Arbeit, unser zukünftiges Erwachsenenleben selbstständig gestalten zu können.

 

Das zweite Thema ist die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz:

Bis heute ist es nicht gelungen, die Kinderrechte ins deutsche Grundgesetz aufzunehmen. Wir Kinder werden im Grundgesetz immer noch als „Objekte unserer Eltern“ geführt.

Wenn Kinder Gewalterfahrungen innerhalb ihrer Herkunftsfamilie erleiden und/oder sexuell ausgebeutet werden, dann hat dies einen direkten Bezug gerade zu dieser Tatsache, dass wir Kinder lediglich als Objekte unserer leiblichen Eltern angesehen werden, und eben nicht als Individuen und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft.

Durch die Verankerung der Kinderrechte ins Grundgesetz wird das Wohl von Kindern in Staat und Gesellschaft in den Mittelpunkt gestellt. Dadurch werden Kinder als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen und anerkannt. Somit werden der Schutz und die Förderung der Kinder verbessert. Kinder sollen ferner gehört und beteiligt werden, wenn es um ihre Belange geht. Dadurch erfahren gerade benachteiligte Kinder einen erhöhten Schutz vor Vernachlässigung und sexueller Ausbeutung. Außerdem haben wir ein Anhörungsrecht, wenn es um eine Fremdplatzierung in eine andere Familie geht.

Die UN-Kinderrechtskonvention mahnt seit Jahren die Bundesrepublik Deutschland – zuletzt 2014 – an, die Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen.

 

Die 10 wichtigsten Kinderrechte sind:

Gleichheit – alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden. (Artikel 2)

Gesundheit – Kinder haben das Recht gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden. (Artikel 24)

Bildung – Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht. (Artikel 28)

Spiel und Freizeit – Kinder haben das Recht zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein. (Artikel 31)

Freie Meinungsäußerung und Beteiligung – Kinder haben das Recht bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken. (Artikel 12 und 13)

Schutz vor Gewalt – Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. (Artikel 19, 31 und 34)

Zugang zu Medien – Kinder haben das Recht sich alle Informationen zu beschaffen, die sie brauchen, und ihre eigene Meinung zu verbreiten. (Artikel 17)

 Schutz der Privatsphäre und Würde – Kinder haben das Recht, dass ihre Privatleben und ihre Würde geachtet werden. (Artikel 22 und 38)

Schutz vor Krieg und Flucht – Kinder haben das Recht im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt zu werden. (Artikel 22 und 38)

Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung – Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können. (Artikel 23)

Nach der Zusammenstellung der einzelnen Punkte und der kritischen Auseinandersetzung damit muss ich feststellen, dass Kinder in der Erziehungshilfe in keine große Lobby haben. Um dies zu ändern, möchte ich mich stark machen. Deshalb habe ich ein Logo entwickelt, mit welchem ich die Öffentlichkeit auf diese Missstände aufmerksam machen möchte.

 

Zwischenzeitlich unterstützt mich auch mein Bruder Sam darin, das Projekt voran zu bringen.

Am 28.07.20 werde ich das erste Interview meines Lebens mit dem Bundestagsabgeordneten Herrn Weis durchführen, und ihm einen offenen Brief an die Familienministerin Giffey und die Justizministerin Lambrecht überreichen.

Diesen Bericht habe ich mit Hilfe meiner Betreuerin verfasst. Meine Betreuer*innen unterstützen mich und mein Projekt. Bitte drückt mir die Daumen, dass das Projekt erfolgreich wird und uns allen hilft, ein besseres Zusammenleben zu gestalten für unsere Rechte und zum Wohle der Gesellschaft.

Fabian


Mein allergrößtes Ferienabenteuer

In diesem Bericht erzählt Sam von einem besonderen Ferienerlebnis.

Oma war an Weihnachten gestorben und ihr Haus stand jetzt leer und musste hergerichtet werden. An einem Donnerstagmorgen in den Ferien kam ein Installateur. Das finde ich immer ganz spannend, wenn Handwerker ins Haus kommen. Und so begleitete ich Chrissie – meine Betreuerin – an diesem Morgen. Im Keller huschte hinter mir blitzschnell ein Schatten vorbei – das hat außer mir aber niemand gesehen.

Am Abend kamen wir wieder in Omas Haus, um das Fressen für Oma´s Katzen hinzustellen. Als wir aber in die Küche kamen, saß eine fremde Katze am Futternapf und sprang, als sie uns sah, ganz flink wieder hinaus. Chrissie sagte mir, dass das eine Streunerin sei, die sich schon seit einige Wochen herumtreibt. Jetzt wusste ich auch, welchen Schatten ich am Morgen im Keller gesehen hatte.

Im Keller wollten wir nochmals die Arbeit des Installateurs anschauen. Da kam uns auf der Treppe schon wieder die Streunerin entgegen. Als sie uns sah, flüchtete sie zurück in den Keller. Wir verfolgten sie, weil Chrissi nicht wollte, dass die Streunerin sich im Haus aufhält. In der dunkelsten Ecke des Kellers stieß Chrissie plötzlich einen Schrei aus: „Sam hol mal schnell Omas Taschenlampe!“. Ich flitzte in die Kühe und brachte Chrissie die Taschenlampe. Als der Lichtstrahl in die dunkle Ecke fiel, sahen wir die Streunerin und dahinter fünf kleine Kätzchen. Die Streunerin knurrte und fauchte uns an.

Wir zogen uns zurück, suchten einen großen Karten und legten ihn mit Omas flauschigsten Decken aus. Später am Abend, als wir die Streunerin im Garten sahen, schnappte sich Chrissie den Karten und rannte in den Keller. Dort packte sie die Kätzchen in den Karton und stelle noch Trockenfutter und Katzenmilch daneben.

Am nächsten Morgen konnte ich es kaum erwarten, bis wir wieder zu Omas Haus fuhren und nach den Kätzchen schauen konnten. Die Tellerchen waren leer. Aber auch das rote Kätzchen fehlte. Chrissie meinte, dass die Streunerin die Kätzchen jetzt in ein anderes versteck bringen würde. Bis zum Abend fehlten noch zwei weitere Kätzchen. Ich war sehr enttäuscht.

Am nächsten Tag erzählte Chrissie, dass zwei Kätzchen noch immer alleine da waren. „Wir warten jetzt noch einen Tag Sam, aber dann muss etwas passieren.“, meinte Chrissi. Am Abend sahen wir wieder nach den Kätzchen und fanden sie hungrig und halb erfroren vor. Wir nahmen sie mit, wärmten sie und gaben ihnen verdünnte Katzenmilch.

Chrissie erklärte mir, dass die Streunerin wahrscheinlich nicht genug Milch für den ganzen Wurf hatte und die Kleinen deshalb zurückgelassen hatte. Ich war sehr wütend: Wie konnte sie so etwas machen? „Dann sind das jetzt unsere Pflegekätzchen.“, sagte ich zu Chrissie.

Nachts machte ich mir viele Gedanken und fragte mich, warum ich ein Pflegekind bin: Hatte meine Mutter auch nicht genug Milch für mich gehabt und mich deswegen abgegeben? Oder war ich ein böses Kind und sie mit mir überfordert. Ich hatte plötzlich so viele Fragen und löcherte Chrissie. Sie sagte mir, dass manche Eltern einfach keine Zeit für ihre Kinder haben oder sie überfordert sind. So wie es bei der Streunerin der Fall war: Sie hätte sicher gerne ihren Wurf durchgebracht, aber hat gemerkt, dass sie nur Kraft für drei Kätzchen hat. Jetzt wurde mir einiges klar: Meine Mama hatte nicht genug Kraft für alle Kinder gehabt und deshalb hat sie meinen Bruder und mich abgegeben, damit es für alle reicht. Jetzt weiß ich auch, dass ich meiner Mama nicht böse sein darf. Chrisi ist ja auch nicht böse auf die Streunerin Sie hat letztendlich das Richtige getan und die beiden Kätzchen zu uns genommen.

Chrissie hat die Nachbarschaft über den Fund der Katzenbabys und die Streunerin, die sich mit ihren Kätzchen irgendwo versteckt, informiert und sie darum gebeten sich bei ihr zu melden, falls sie sie finden. Und tatsächlich rief ein paar Tage später eine Nachbarin an und erzählt von einem Lichtschacht, in dem die Streunerin mit den Kätzchen liegt. Daraufhin führ Chrissi gleich los und holte die Streunerin samt den Kätzchen zu uns nach Hause.

Chrissie sagte, die Streunerin müsse sterilisiert werden: „Sonst haben wir sehr bald eine Katzenkolonie hier, und das will niemand.“ Dann machten wir uns Gedanken darüber wie die Katze heißen sollte. Wir schauten im Internet nach, um welche Art von Katzen es sich handelt und wurden fündig: Eine Schildpattkatze. Und Chrissi fand dann auch einen passenden Namen: „Nala“. Dieser Name kommt auf Äthiopien und bedeutet „Dunkle Königin“. Ich malte mir schon aus, wie Nala bei uns wohnen würde. Aber Chrissi sagte, dass es das Beste wäre, Nala nach der Sterilisation selbst entscheiden zu lassen. Entweder kommt sie dann immer wieder oder sie zieht weiter.

Ich kümmerte mich den ganzen Tag um die Kätzchen: Ich wusch sie mit warmem Wasser und fütterte sie. Wir gaben den Kätzchen auch Namen: Ein Kätzchen wurde „Cosy“ genannt, weil sie nach dem Füttern so gern mit Chrissi kuschelte. Ein Kätzchen, das besonders laut nach ihrem Fläschchen schreit, heißt jetzt „Ava“ – das bedeutet Stimme. Und die hat Ava! Das rote Katerchen tauften wir „Kimba“, was in der Sprach der Suaheli „Löwe“ bedeutet. Dann gibt es noch „Jack“ und „Paulchen“.

Chrissi suchte bei Freunden und Verwandten nach einem neuen Zuhause für die Kleinen. Schon nach ein paar Tagen waren alle vergeben. Natürlich darf man sie erst nach zwölf Wochen abgeben. Da war ich vielleicht froh, denn so hatte ich sie noch eine Weile.

Wir fuhren jetzt dreimal am Tag zu Omas Haus und schauten nach Nala und den Jungen. Eines Tages fiel Chrissi auf, dass Paulchen nicht bei Nala sein durfte – er lag ganz abseits. An dem Tag fuhren wir nach dem Abendessen ganz schnell wieder zu den Katzen. Aber es war schon zu spät: Paulchen war tot. Nala hatte sich einfach auf ihn gesetzt und ihn zu Tode gequetscht. Für mich war das ein Schock! Chrissi meinte: „Nala hat fast keine Milch mehr. Deshalb hat sie Paulchen zerdrückt. Morgen müssen wir die beiden Katerchen zu uns holen.“ Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten: „Was ist das nur für eine Monstermutter?“

Als wir zu Hause angekommen waren, suchten wir einen schönen Platz im Garten, um Paulchen zu beerdigen. Wir fanden einen Platz bei den schön blühenden Hortensien. Es tröstete mich etwas, dass Oma jetzt im Himmel auf Paulchen aufpassen würde.

Chrissi und ich kümmerten und weiterhin zusammen um die vier übrig gebliebenen Kätzchen. Als wir einmal auf dem Boden saßen und die Kleinen bestaunten, kam mir der Gedanke, dass wir wie das Jugendamt waren. „Hat das Jugendamt meinen Bruder und mich von Zuhause weggeholt, damit uns nichts passiert?“ wollte ich von Chrissie wissen. Chrissie sagte: „Das Jugendamt hat euch von euren Eltern weggeholt, weil ihr nicht gut genug versorgt wart.“ Und bei Chrissi geht es uns wirklich gut. Chrissi spricht viel mit uns und erklärt uns das Leben, damit wir später einmal „einen vollen Lebensrucksack“ haben, wie sie immer sagt. Der ist nämlich wichtig, damit man seine Aufgaben im Leben erfüllen kann.

Wir fahren immer noch jeden Tag zu Omas Haus und schauen nach den Katzen. Morgen wird Nala sterilisiert. Danach bleibt sie zwei Tage im Haus, dann kann sie wählen, ob sie bleiben will oder ihrem Freiheitsdrang folgen möchte.

Der Abschied von Nala wird mir wehtun. Aber wenn ich daran denke, dass die Kätzchen in acht Wochen fort sind, kommen mir jetzt schon die Tränen.

Ich hatte gedacht, dass meine Sommerferien nicht besonders interessant werden würden. Aber ich habe ganz viel gelernt und langweilig wurde mir auch nicht. Und eines habe ich ganz genau erkannt: Chrissi hat ein ganz großes Herz. Und so eines möchte ich auch haben. Ich glaube, dass man das aber nur bekommt, wenn man offen für die Not anderer ist, auch für die Not der Tiere. Chrissi hat einmal zu mir gesagt, dass jeder Mensch sein Herz aufschließen muss, wenn er lieben und geliebt werden möchte. Wenn Jack vor mir steht, mich anmiaut und mit mir spielen will, dann weiß ich, dass ich mein herz aufgeschlossen habe.

Sam / Sommerfeiern 2020


Digitalisierung: Chancen und Perspektiven

Nicht erst das Jahr 2020 mit der Corona-Pandemie hat uns allen vor Augen geführt, wie sehr die Digitalisierung in das tägliche Leben Einzug gehalten hat. Es wurde in dieser Zeit im Besonderen deutlich, welchen Nutzen die neue digitale Welt mit sich bringt. Die UNESCO stellt die Erkenntnis auf, dass die Digitalisierung alle Bereiche des Lebens erfasst und die Grundlage der moderner Wissensgesellschaften im 21. Jahrhundert bildet. Die Gestaltung der Digitalisierung zum Wohle der Menschheit nimmt die UNESCO als ihre Aufgabe wahr und fordert daher unter anderem für alle den Zugang zu Informationen und Wissen, E-Learning, E-Wissenschaft und Medien. Damit verbindet sich diese Definition der UNESCO auch eng mit der europäischen Agenda des lifelong learning. Versuche diese Grundbildung inhaltlich zu fassen, sind umfassend und sehr vielfältig. Es wird hierbei oftmals auf die neuen Medien, IT-Fertigkeiten, digital literacy u.Ä. hingewiesen (BMBF/KMK 2012).

Die europäische Agenda beinhaltet als „Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen“ die „Computerkompetenz“ als einen von acht Kompetenzbereichen.

Die Kompetenz mit digitalen Medien Wissen zu erschließen, ist in der heutigen Zeit eine Schlüsselkompetenz, die es anzuerkennen und zu fördern gilt. Diese Erkenntnis hat seit langem Einzug gehalten in die Bildungssektoren ebenso wie in die sozialpädagogische Praxis: Dass junge Menschen in einer Umgebung aufwachsen, in der digitale Medien und Angebote allgegenwärtig sind, ist nicht mehr wegzudenken.

Dies führt in der haug&partner unternehmensgruppe dazu, dass sich die verantwortlichen Fachkräfte und betreuenden Pädagog*innen   gemeinsam auf den Weg machen, um eigene Kompetenzen zu erwerben, so dass sie  kompetente Begleiter*innen der jungen Menschen im Bereich des digitalen Lernens sind. Daher wird künftig ein Schwerpunkt auf der Digitalisierung mit ihren Herausforderungen, Chancen und Perspektiven liegen. Die verantwortlichen Erwachsenen müssen sich aufgrund ihres erzieherischen Auftrages in der öffentlichen Erziehung diesem Lernfeld bewusst annehmen und selbst zu Lernenden werden, um für die jungen Menschen kompetente Partner*innen und Begleiter*innen zu werden.

 


Postkarten-Set „Kinderrechte“

1989 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet. Mittlerweile wurde dieses Dokument von fast allen Staaten der Erde unterzeichnet.

Auch der haug&partner unternehmensgruppe ist es ein zentrales Anliegen die Bedeutung der Kinderrechte zu betonen. Deshalb hat sie zum Jahr der Werte ein Postkarten-Set erstellt, das Grüße mit einer wichtigen Botschaft versendet.

Auf fünf Postkartenmotiven finden sich zentrale Kinderrechte wieder:

Das Recht auf Gleichbehandlung

(UN-Kinderrechtskonvention Artikel 2 und 4)

Das Recht auf Fürsorge

(UN-Kinderrechtskonvention Artikel 5, 7, 9 und 18)

Das Recht auf Bildung

(UN-Kinderrechtskonvention Artikel 28)

Das Recht auf Spiel und Freizeit

(UN-Kinderrechtskonvention Artikel 31)

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung

(UN-Kinderrechtskonvention Artikel 12 und 13)

Die Postkarten werden an alle jungen Menschen, die in den Angeboten der haug&partner unternehmensgruppe betreut werden, verteilt.

Viel Freude beim Versenden der Karten!